Person in der Türbe
Cafer Paşa wurde nach dem Devşirme -System in den Palast aufgenommen und im Enderun ausgebildet. In den Jahren 1530–31, als er noch „Cafer Ağa“ genannt wurde, begann er seinen Dienst als Silahtar (Waffenträger) von Sultan Süleyman dem Prächtigen. In den Chroniken jener Zeit wird besonders betont, dass seine Gesichtszüge und sein äußeres Erscheinungsbild dem Kanuni (Süleyman) sehr ähnelten.
Unter Sultan Selim II. kam er unter den Schutz des Großwesirs Sokullu Mehmed Paşa, wurde erst zum Obersten Türhüter und anschließend zum Befehlshaber der Janitscharen ernannt. Durch die Heirat mit Sokullus Tochter wurde er mit der osmanischen Dynastie verwandt.
Nach dem Brand von Istanbul in den Jahren 1568–69 wurde er wegen Fahrlässigkeit seines Amtes enthoben; jedoch war das ihm daraufhin übertragene Amt des Beylerbey von Rumelien eines der angesehensten seiner Zeit.
Über die Türbe
- Baujahr
- Auftraggeber
- Architekt
- Standort
Besondere Merkmale
Das Mausoleum befindet sich innerhalb des nach Cafer Paşa benannten Külliye-Komplexes (bestehend aus Medrese und Tekke). Die Fassade ist in zwei Ebenen gegliedert: Im unteren Geschoss befinden sich vier rechteckige Fenster mit Eisenrosten in „Lokma“-Form, im oberen Geschoss vier spitzbogige Fenster, die die Ansicht beleben. Rechts an der Fassade befindet sich ein weiterer Eingang mit verzogenem Bogen in unregelmäßiger Achse.
Der eigentliche Eingang des Mausoleums erfolgt durch ein spitzbogiges Portal mit Inschrift; dieses ist heute jedoch stark beschädigt. Vom Eingang der angrenzenden Medrese gelangt man über einen offenen Durchgang in den Bereich der Lehr- und Gebetsräume.
Im Inneren befinden sich der Sarkophag von Cafer Paşa, sowie die Marmorsarkophage seines Sohnes İsfendiyar Bey und weiterer Familienangehöriger.
Die architektonische Gestaltung des Mausoleums steht im Zusammenhang mit der Funktion als Tekke. Die Anlage wandelte sich im Lauf der Zeit von der Halvetiyye-Tarikat zur Kadiriyye-Tarikat, und schließlich mit Mehmed Salih Sırrı Efendi zur Sa‘diyye-Tarikat.
Nachdem es als Tekke genutzt wurde, wurde der Tevhidhane-Bereich (Versammlungsraum für Gottesgedenken) durch eine Wand oder ein Gitter vom Mausoleum abgetrennt. Das Gebäude diente zeitweise auch als Zentrum der Scheichs.
Einige Teile des Mausoleums- und Tekke-Komplexes wurden in späterer Zeit auch als Ladenlokale genutzt. Noch heute ist an der Fassade des Mausoleums ein angebauter Schuppen vorhanden.
Richtung
Bulak Mustafa Paşa Mausoleum
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