Hacı Nureddin Efendi
Profilübersicht

Hervorstechende Eigenschaften
Mehmed Nureddin Efendi wurde im Jahr 1233 nach der Hidschra (1817 n. Chr.) in Amasya geboren. Laut seiner Grabinschrift entstammte er einer adeligen Seyyid-Familie, deren Abstammungslinie über den ehrwürdigen Abdülgani-i Horasânî direkt auf den Propheten Mohammed zurückreicht.
Eine Zeit lang amtierte er als persönlicher Vorbeter [İmam] von Atiyye Sultan, einer Tochter von Sultan Mahmud II.; aus diesem Grund erlangte er historische Bekanntheit unter dem Beinamen „Atiyye Sultan İmamı“ [Vorbeter der Prinzessin Atiyye].
Von 1265 bis 1299 nach der Hidschra (ca. 1849–1882 n. Chr.) bekleidete Nureddin Efendi das Amt des stellvertretenden Verwalters [Kaymakam] des Stiftungsbüros der Fatih-Moschee. Zudem wirkte er als amtierender Richterstellvertreter [Niyabet] in den Bezirken Kahramanmaraş, Tripolis [Libyen], Çorum, Tokat, Amasya, Erdek, Bandırma sowie in den Istanbuler Gerichtsbezirken Mahmud Pascha, Davud Pascha und Galata. Das Amt der Niyabet bezeichnete dabei die Ausübung der religiösen Gerichtsbarkeit im Namen des Hauptrichters oder in der Funktion eines Vizorichters.
Im Jahr 1299 nach der Hidschra (1882 n. Chr.) wurde ihm der angesehene Ehrentitel eines Richters von Izmir [„İzmir Pâyesi“] verliehen. In der osmanischen Gelehrtenhierarchie stellte die Verleihung eines solchen Titels [Pâye] eine Rangerhöhung dar, die weniger mit der tatsächlichen Ausübung des Amtes vor Ort verbunden war, sondern vielmehr den entsprechenden sozialen Status, Rang und das damit einhergehende Prestige innerhalb des Staatsapparates besiegelte.
Hacı Nureddin Efendi verstarb am Freitag, den 6. Ramazan 1318 (28. Dezember 1900 n. Chr.), und wurde auf dem Gräberhof der Fatih-Moschee (Fatih Camii Haziresi) beigesetzt

Inschrift
„Im Namen Gottes, des Allbarmherzigen, des Erbarmiers.
Die spirituelle Stütze von Hacı Nureddin Efendi auf dem Pfad des Sufismus [Tarikatta] war ohne Zweifel der ehrwürdige Abdülgani, aus dessen reinem Stamme er entsprang. Obgleich er im Amte eines Richters [Kadılık / Niyabet] wirkte und verschiedene Staatsgeschäfte versah, hielt er sich doch auch bei all diesen Aufgaben stets fest am Seile der Scharia des ehrwürdigen Propheten Mohammed.
Er war ein Diener des religiösen Gesetzes und ein Wanderer auf dem Pfade Gottes. Bis an das Ende seines Lebens war sein einziges Begehren die göttliche Wahrheit [Hakk]. Auf beiden Ebenen – im Weltlichen wie im Geistigen – wurden diese Eigenschaften zu seinem bleibenden Verdienst. Der Vogel seiner Seele ist nun davonbeflogen und hat sein ewiges Nest gefunden.
Zwei Derwische traten hervor und sprachen, wie es sich für Sufis geziemt, das Chronogramm seines Todes: ‚Nureddin Efendi ist verstorben, möge sein Grab von göttlichem Licht erfüllt sein [Mezarı Nur Dolsun].‘
Geburt: 1817
Tod: Freitag, 28. Dezember 1900.“
Eine Fatiha für seine/ihre Seele