Mehmed Es'Ad Yesari Efendi
Profilübersicht

Hervorstechende Eigenschaften
Mehmed Esʿad Yesârî Efendi wurde Mitte der 1730er Jahre in Istanbul geboren. Er war der Sohn von Kara Mahmud Ağa, einem Gerichtsdiener (*muhzır*) des Scharia-Gerichts des Anadolu-Militärrichters. Obwohl er seit seiner Geburt auf der rechten Körperseite gelähmt war und auch seine linke Hand beeinträchtigt war, entwickelte er eine außergewöhnliche Leidenschaft für die Taʿlîk-Kalligrafie. Sein Beiname „Yesârî“ („der Linkshändige“) geht darauf zurück, dass er mit seiner linken Hand schrieb.
Zunächst wandte er sich an den berühmten Kalligraphen und Scheichülislam Veliyyüddin Efendi, wurde jedoch wegen seiner körperlichen Behinderung nicht als Schüler aufgenommen. Daraufhin trat er in die Schule von Dedezâde Mehmed Said Efendi ein und erhielt 1754 seine Taʿlîk-Icazet (Meisterurkunde). Dass Veliyyüddin Efendi bei dieser Zeremonie anwesend war, gilt als bemerkenswerter Hinweis auf das außergewöhnliche Können, das Yesârî bereits in jungen Jahren erreicht hatte.
Anfangs orientierte sich Yesârî an dem Stil des berühmten persischen Kalligraphen Mîr İmâd. Mit der Zeit entwickelte er jedoch eine eigene, dem osmanischen Geschmack angepasste Form der Schrift. Ab etwa 1776 spielte er eine entscheidende Rolle bei der Herausbildung des osmanischen Taʿlîk-Stils und schuf insbesondere seit den 1780er Jahren dessen bedeutendste Beispiele. Daher wird er in der Geschichte der osmanischen Kalligrafie nicht nur als herausragender Meister, sondern als Begründer einer eigenen Schule angesehen.
Auch am Hof genoss Yesârî hohes Ansehen. Sultan Mustafa III ernannte ihn zum Kalligrafielehrer des kaiserlichen Palastes. Während der Regierungszeiten von Abdülhamid I und Selim III fertigte er zahlreiche monumentale Celî-Taʿlîk-Inschriften für Moscheen, Mausoleen, Brunnen, Medresen, Bibliotheken, Paläste und Grabsteine an. Zu seinen wichtigsten Werken in Istanbul zählen die Inschriften der Beylerbeyi Camii, der Emirgân-Moschee und ihres Brunnens, der Hacı-Selim-Ağa-Bibliothek, die Inneninschrift des Mausoleums von Sultan Mehmed dem Eroberer, die Schriftwerke im Aynalıkavak-Pavillon sowie die Inschriften des Mihrişah-Valide-Sultan-Imarets in Eyüp.
Sein Haus fungierte zugleich als eine bedeutende Schule der Kalligrafie. Neben seinem Sohn gehörten Mîr Mehmed Emin, Arapzâde Mehmed Sâdullah, Mehmed Şehâbeddin, Mektûbî İbrâhim Edhem und Şerif İhyâ Efendi zu seinen Schülern. Sein bedeutendster Nachfolger war jedoch sein Sohn Yesârîzâde Mustafa İzzet Efendi, der die von seinem Vater begründete Tradition im 19. Jahrhundert weiterentwickelte und die Celî-Taʿlîk-Schrift zu ihrem Höhepunkt führte.
Mehmed Esʿad Yesârî Efendi verstarb am 12. Receb 1213 (20. Dezember 1798) und wurde auf dem Friedhof der Tûtî-Abdüllatif-Efendi-Medrese im Istanbuler Stadtteil Fatih, im Viertel Gelenbevî, beigesetzt. Sein Sohn Yesârîzâde Mustafa İzzet Efendi, der 1849 starb, wurde später neben ihm bestattet.
Dieser kleine Friedhof verschwand zu Beginn des 20. Jahrhunderts infolge eines Großbrandes und städtebaulicher Straßenverbreiterungen. Die Grabsteine der beiden großen Kalligraphen wurden anschließend auf den Friedhof der Fatih-Moschee überführt. Die dort heute sichtbare Grabstele bewahrt die Erinnerung sowohl an den verlorenen Friedhof als auch an zwei der bedeutendsten Meister der osmanischen Taʿlîk-Kalligrafie.

Inschrift
„Jede Seele wird den Tod kosten.“ (Ankabut 57) Eine Fatiha für die Seelen von Tûtî Abdüllatîf und des größten Meisters, des Kalligrafen Hacı Mehmed Esad Yesârî Efendi, die Allahs Barmherzigkeit und Vergebung erlangten.
Er ist der Ewige. Eine Fatiha für die Seele des Kalligrafen Hacı Mehmed Esad Yesârî Efendi, des größten Meisters, der Allahs Barmherzigkeit und Vergebung erlangte. 20. Dezember 1798.
Eine Fatiha für seine/ihre Seele