Mehmed Haşim Efendi
Profilübersicht

Hervorstechende Eigenschaften
Hier ist die deutsche Übersetzung dieser geistesgeschichtlich und administrativ ungemein faszinierenden Biografie, die den Lebensweg von Trabzonî Şeyh Mehmed Hâşim Efendi beschreibt. Die Übersetzung fängt die feinen Strukturen der osmanischen Justizbürokratie und die spezifischen Linien der Sufi-Mystik präzise ein:
Mehmed Hâşim Efendi, dessen exaktes Geburtsdatum nicht überliefert ist, wurde in Trabzon geboren.
Als Zugehöriger des Hâlidiyye-Ziyâiyye-Zweiges des Nakşibendiyye-Sufiordens stand Mehmed Hâşim Efendi im Istanbul des 19. Jahrhunderts in engem Kontakt mit jener mystischen Gemeinschaft, die sich um Ahmed Ziyâeddin Gümüşhânevî formiert hatte. Die Ziyâiyye ist innerhalb des Hâlidiyye-Zweiges als jener spirituelle Pfad bekannt, der auf Gümüşhânevî zurückgeht.
Der Name von Mehmed Hâşim Efendi wird in den Chroniken der Derwisch-Logen im Umkreis von Fatih unter den Großmeistern der Atpazarı-Loge [Atpazarı Tekkesi Şeyhleri] ausdrücklich als „Trabzonî Şeyh Mehmed Hâşim Efendi“ [der Scheich Mehmed Hâşim aus Trabzon] geführt.
Neben seiner spirituellen Rolle amtierte Mehmed Hâşim Efendi als Richterstellvertreter [Naib] an der Sultan-Ahmed-Moschee (der Blauen Moschee) und war somit fest in das religiös-juristische Dienstleistungsnetzwerk einer der bedeutendsten kaiserlichen Großmoscheen [Selâtin Camii] Istanbuls integriert. Der Naib war im osmanischen Justizwesen der Titel für jene Angehörigen des Gelehrtenstandes [İlmiye], die als Assistenten, Stellvertreter oder Vikare eines Richters [Kadı] fungierten.
Der unter dem Beinamen „Der Bogenschütze“ [Kemankeş] bekannte Trabzonî el-Hac Hafız Mehmed Hâşim Efendi verstarb am 20. Zilkade 1314 nach der Hidschra (Donnerstag, den 22. April 1897 n. Chr.) und wurde auf dem Gräberhof der Fatih-Moschee [Fatih Camii Haziresi] beigesetzt.

Inschrift
„Er [Gott] ist der Schöpfer, der Ewige.
Eine Fatiha um Gottes Wohlgefallen willen [Allah rızası için] für die Seele des aus Trabzon stammenden Hacı Hafız Mehmed Hâşim Efendi – dem Bogenschützen [Okçu / Kemankeş] und Richterstellvertreter [Vekil / Naib] an der Sultan-Ahmed-Moschee, welcher ein Ergebener des Ziyâiyye-Zweiges des Hâlidiyye-Sufiordens war.
Am Donnerstag, den 22. April 1897.“
Eine Fatiha für seine/ihre Seele