Mehmed Refik Efendi
Profilübersicht

Hervorstechende Eigenschaften
Mehmed Refik Efendi wurde 1814 im bosnischen Rogatica, auch bekannt als Çelebipazarı, geboren und gehörte der Familie Haciabdić (Haciabdiç) an. Nach dem frühen Tod seines Vaters zog er nach Sarajevo (Saraybosna), wo er seine Ausbildung fortsetzte und gleichzeitig als Gerichtsschreiber tätig war.
Im Jahr 1833 kam Mehmed Refik Efendi nach Istanbul, führte seine Studien im Umfeld der Fatih-Medrese fort und erhielt seine Lehrbefugnis (İcazet) von den führenden Gelehrten der Epoche. Als sein Schwiegervater, Hüseyin Efendi aus Isparta, zum Richter (Kadı) von Damaskus ernannt wurde, hielt er sich eine Zeit lang in Damaskus (Şam) auf und widmete sich dort intensiv den Werken von Muhyiddin İbnü’l-Arabî.
Nachdem er eine Funktion innerhalb der Meşihat-Behörde [dem Amt des Şeyhülislam] übernommen hatte, wurde er bereits in jungen Jahren zum Leiter des Fatwa-Amtes (Fetva Eminliği) berufen. In der Folgezeit bekleidete er Ämter wie die Richterwürden (Kadılık) von Eyüp und Varna, das Amt des Stiftungsinspektors (Evkaf Müfettişliği), den Rang des Heeresrichters von Anatolien (Anadolu Militärrichterliği) sowie die Mitgliedschaft im Hohen Justizrat (Meclis-i Ahkâm-ı Adliyye).
Im Jahr 1866, während der Regierungszeit von Sultan Abdülaziz, stieg er zum Şeyhülislam auf und verblieb rund zwei Jahre in diesem höchsten Amt. In dieser Phase erlangte er auch Bekanntheit durch seine Arbeit, bei der er den Fatwas des früheren Şeyhülislam Feyzullah Efendi entsprechende Belege und Überlieferungen aus klassischen Büchern der islamischen Jurisprudenz (Fıkıh) hinzufügte.
Şeyhülislam Mehmed Refik Efendi ließ in seiner Geburtsstadt Rogatica eine Moschee sowie eine Grundschule (Sıbyan Mektebi) errichten; diese Bauten wurden in der dortigen Bevölkerung unter dem Namen „Şeyhislâmiyye“ bekannt.
Mehmed Refik Efendi verstarb am 26. Muharrem 1288 (19. April 1871 n. Chr.) und wurde auf dem Gräberhof der Fatih-Moschee (Fatih Camii Haziresi) im unmittelbaren Umfeld des Mausoleums von Sultan Mehmed dem Eroberer (Fatih Sultan Mehmed Grabmalsi) beigesetzt.

Inschrift
„‚Alles, was auf Erden ist, wird vergehen.‘ (Sure ar-Rahman, Vers 26). Eine Fatiha für die Seele des ehemaligen Şeyhülislam und berühmten GroßIslamischer Rechtsgelehrters Hacı Mehmed Refik Efendi sowie für die Seelen aller Gläubigen. Montag, den 17. April 1871.“
„Der Anführer der Rechtsgelehrten [Fıkıhçıların Önderi], der berühmte GroßIslamischer Rechtsgelehrter aus Bosnien, ist von uns gegangen; er wurde unter Fatiha-Gebeten in seinen steinernen Sarkophag [Sanduka] gebettet. Oh Fazıl [Dichter/Betrachter], blicke auf sein Todesdatum und lies es mit aufrichtiger Hingabe [İhlas]. Schenke der Seele unseres Meisters Refik eine Fatiha als Gabe. 1871.“
„Die Seele des ehemaligen, berühmten GroßIslamischer Rechtsgelehrters Refik Efendi flog empor aus dieser Welt in das Paradies des Erhabenen Herrn. Welch ein edler Freund er war – ach, nun ist er von uns geschieden. Jener heilige Falke öffnete seine Schwingen und flog der endgültigen Vereinigung [Vuslat] mit Gott entgegen. Er war von exzellenter Lebensführung, tugendhaft, ein wahrer Meister des islamischen Rechts [Fıkıh] und von tiefem Verstand; in jedem Wissenszweig und jeder Erkenntnis [Marifet] stand er an der absoluten Spitze.“
„Sein Charakter war schön, all seine Wege des Lobes würdig – möge Allah jenem unvergleichlichen Manne gnädig sein. Das Wirken dieses Dieners der Scharia und Ausstellers von Fatwas der Wahrheit [Hakikat Fetvası] bestand darin, seiner Familie und seinen Gefährten den Weg zu weisen. Die ehrwürdige Prophetenfamilie [Âl-i Abâ] half dabei, das Chronogramm zu stiften: ‚Refik Efendi ist eingegangen in die Gegenwart des ewigen Gottes.‘“
Eine Fatiha für seine/ihre Seele