Mehmed Emin Efendi
Profilübersicht

Hervorstechende Eigenschaften
Mehmed Emin Efendi wurde 1815 im Dorf Ballıca des Bezirks Of in Trabzon geboren. In jungen Jahren ging er für seine wissenschaftliche Ausbildung nach Erzurum. Nach einigen Jahren des Studiums dort kam er 1838 nach Istanbul, wo er Unterricht bei Gelehrten wie Saçlı Ahmed Efendi und Toyranlı Mehmed Efendi nahm.
Nach Erhalt seiner Lehrbefugnis (İcazet) gab er viele Jahre lang Unterricht in Aqida (Glaubenslehre), Tafsir (Koranexegese) und Islamische Rechtswissenschaft (Rechtswissenschaft) an der Fatih-Moschee; besondere Bekanntheit erlangte er durch seine Predigten an Freitagen. Da Mehmed Emin Efendi, der in der Umgebung der Hırka-i Şerif-Moschee lebte, seinen Lebensunterhalt mit der Viehzucht verdiente, war er in seinem Umfeld auch als „Sütçü Mehmed Efendi“ (Milchhändler Mehmed Efendi) bekannt.
Neben seinen Tätigkeiten in Predigt und spiritueller Rechtleitung verfasste er Werke wie Mecâlis-i İrşâdiyye, Necâtü’l-Mü’minîn und zahlreiche andere Abhandlungen (Risale). Sein berühmtestes Werk, Necâtü’l-Mü’minîn (Die Errettung der Gläubigen), zielte insbesondere darauf ab, weit verbreitete Fehler der Bevölkerung beim Gebet und im Gottesdienst zu korrigieren, und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Katechismen (İlmihal) seiner Epoche.
Mehmed Emin Efendis strenger und unnachgiebiger Stil erregte von Zeit zu Zeit Aufmerksamkeit: Aufgrund einer von ihm verfassten Abhandlung über das Rauchen wurde eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet. Ungefähr tausend Exemplare seiner Schriften, die in seinem Haus in Hırka-i Şerif gefunden wurden, wurden beschlagnahmt, und er selbst wurde für zwei Jahre nach Kütahya verbannt.
Mit der Zeit bildete sich um Mehmed Emin Efendi ein religiöser Kreis, der unter dem Namen „Die Fatih-Sofis“ (Fatih Sofuları) bekannt wurde. In den historischen Quellen wird berichtet, dass sich diese Gruppe insbesondere in und um die Fatih-Moschee versammelte und sich auch durch ihre alltägliche Lebensweise sowie ihre Kleidung von der Allgemeinheit unterschied.
Mehmed Emin Efendi verstarb im Jahr 1319 (1901 n. Chr.) und wurde auf dem Gräberhof der Fatih-Moschee (Fatih Camii Haziresi) beigesetzt.

Inschrift
Dies ist das Grab des tugendhaften Hacı Mehmed Emin Efendi aus Of – einem der berühmten islamischen Gelehrten, der freitags an der Fatih-Moschee predigte und Werke wie Mecâlis-i İrşâdiyye und Necâtü’l-Mü’minîn verfasste. Eine Fatiha [für seine Seele].1901.
Eine Fatiha für seine/ihre Seele