Mehmed Akif Paşa
Profilübersicht

Hervorstechende Eigenschaften
Mehmed Akif Pascha wurde 1822 in Kalkandelen [heute Tetovo, Nordmazedonien] geboren und gehörte zur Familie von Receb Pascha, einer der tief verwurzelten Dynastien Albaniens. Nachdem sein Vater Velî Bey während der Unruhen auf dem Peloponnes [„Mora Vakası“] den Märtyrertod erlitten hatte, wuchs er unter der Obhut seines Onkels, des Gouverneurs von Üsküp [Skopje], Ali Hıfzî Pascha, auf.
Nachdem er in den Jahren 1848–1849 nach Istanbul gekommen war und seine Beamtenlaufbahn in der Kanzlei des Großwesirats (Sadâret Mektûbî Kalemi) begonnen hatte, stieg Mehmed Akif Pascha in kürzester Zeit auf; nach dem Gouverneursposten (Gouverneur) in Üsküp wirkte er als Generalgouverneur (Vali) in zahlreichen Großprovinzen wie Bosnien, Saloniki, Ioannina [Yanya], Edirne, Bagdad, Konya und den Inseln des Ägäischen Meeres (Cezâir-i Bahr-i Sefîd).
Während der Regierungszeit von Sultan Abdülaziz bekleidete Mehmed Akif Pascha das Amt des Justizministers (Adliye Nazırlığı) und wurde unter Sultan Abdülhamid II. zweimal zum Präsidenten des Staatsrates (Şûrâ-yı Devlet Reisliği) ernannt. Die Erwähnung auf seiner Grabinschrift als „ein anerkannter Meister der Wissenschaft und Tugend sowie ein wortgewaltiger Stilist (Münşi)“ spiegelt neben seiner Staatskunst auch sein hohes Ansehen in den Literatur- und Gelehrtenkreisen wider.
Mehmed Akif Pascha verfasste Gedichte in türkischer, arabischer und persischer Sprache; der Großteil seiner Werke fiel jedoch während seiner Amtszeit als Gouverneur von Konya einem verheerenden Brand zum Opfer. Auf seiner Grabinschrift wird zudem ausdrücklich an seinen Dienst und seinen Mut während der großen Unruhen in Edirne erinnert.
Der Sohn von Mehmed Akif Pascha, Mustafa Sâlih Reşid Pascha, erlangte ebenfalls unter dem Namen Reşid Âkif Pascha große Bekanntheit und bekleidete Ämter wie das Gouverneursamt in Sivas, die Mitgliedschaft im Senat (Âyan Meclisi) sowie den Vorsitz des Staatsrates (Şûrâ-yı Devlet).
Mehmed Akif Pascha verfasste am 29. Cemaziyelahir 1311 (8. Januar 1894 n. Chr.) in Istanbul sein Leben und wurde – genau wie seine drei Jahre zuvor verstorbene, verehrte Ehefrau Hatice Hanımefendi – auf dem Gräberhof der Fatih-Moschee (Fatih Camii Haziresi) beigesetzt. Sein für seinen dichterischen Esprit und Scharfsinn bekannter Sohn Reşid Âkif Pascha wurde nach seinem Ableben ebenfalls an der Seite seines Vaters im Bereich der Fatih-Sultan-Mehmed-Momumentaltumba bestattet.

Inschrift
„Hier ist die Ruhestätte des verstorbenen, berühmten Wesirs Mehmed Akif Pascha, welcher [Hz. Ali und seiner Familie] von ganzem Herzen in Liebe zugetan war [Ehl-i Beyt Muhibbi]. Er stammte aus der Dynastie von Koca Receb Pascha aus Ohrid – einem der führenden Herrschaftshäuser Albaniens –, war zudem mit der Dynastie von Peja [İpek] verwandt und der Sohn jenes Kommandanten, der bei den Ereignissen auf dem Peloponnes [Mora Vakası] den Märtyrertod erlitt.“
„Er wirkte mehrfach als Generalgouverneur [Vali] in den Großprovinzen Kosovo, Ioannina [Yanya], Saloniki, Bosnien, Edirne, Bagdad und Konya sowie auf den Inseln des Mittelmeeres [Cezâir-i Bahr-i Sefîd]. Er hinterließ bleibende Spuren während seiner einmaligen Amtszeit als Justizminister [Adalet Bakanlığı] sowie seiner zweimaligen Präsidentschaft des Staatsrates [Danıştay / Şûrâ-yı Devlet Başkanlığı]. Seine Wissenschaft und Tugend waren beispiellos; er war von einer Großzügigkeit, auf die man mit Fingern zeigte, und ein leuchtendes Vorbild für Wissen, Sitte [Edep] und Erkenntnis [İrfan].“
„Überall und vor allem anderen werden seine Verdienste während der ‚Großen Revolution von Edirne‘ [Büyük Edirne İhtilali] und sein Mut, mit dem er bereit war, sein Leben zu opfern, den Menschen unvergessen bleiben. Er war ein äußerst fähiger, weiser, stets lächelnder, wohlwollender, gottesfürchtiger Wesir und Philanthrop. Sein Heimgang ist wahrlich ein monumentaler Verlust. Möge die Barmherzigkeit Gottes im Übermaß auf ihm ruhen.“
„Dies ist das Grab von Mehmed Akif Pascha, dessen überragendes Wissen, Tugend, Gerechtigkeit und Freigebigkeit von jedermann anerkannt wurden. Eine Fatiha für das Wohlgefallen Gottes.“
„Alles, was auf Erden ist, wird vergehen.“ (Koran, Sure ar-Rahman, Vers 26)
Geschrieben von dem Kalligrafen Tevfik.
„Für das Datum seines Todes sprachen die Meister des inneren Sinnes [Mana Ehli]: ‚Es ist das Wort der Wahrheit [Nutk-ı Hakk'dır].‘“
„Hier ist die Grabstätte des Wesirs Mehmed Akif Pascha, Sohn des Veliyyüddin, Sohn des Receb, Sohn des Hasan, Sohn des Receb Pascha. Eine Fatiha für das Wohlgefallen Gottes. Er war der Scheich [Venerabelste] aller Wesire und der vollkommenste Mensch seiner Epoche. Ein Mann des Herzens, ein Mann der Loyalität, der für seinen Glauben stritt und ihn schützte.“
Eine Fatiha für seine/ihre Seele