Osman Nuri Paşa

Profilübersicht

Geburt/Tod1832 / 1894
FunktionStaatsmann / Kommandant / Gouverneur
Nummer des Gräberhofs54
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Hervorstechende Eigenschaften

  • Hier ist die deutsche Übersetzung dieser historisch, geopolitisch und ethnografisch ungemein dichten Biografie, die den Lebensweg von Osman Nuri Paşa beschreibt. Die Übersetzung fängt die feinen administrativen Ränge sowie die hochbrisante Thematik der kaukasischen Flüchtlingskrise des späten 19. Jahrhunderts präzise ein:

  • Osman Nuri Paşa wurde 1832 in Acara-i Süflâ [Unter-Adscharien] als Sohn von Mehmed Dursun Bey, dem Sandschak-Bey von Acarateyn [Ober- und Unter-Adscharien], geboren. Seine Familie entstammte dem alteingesessenen, traditionsreichen Adel der muslimischen Georgier [Müslüman Gürcü Bey Aileleri] der Region Batumi-Adscharien.

  • Während des verheerenden Osmanisch-Russischen Krieges von 1877–1878 (dem „93er-Krieg“) fungierte er im Range eines Generalmajors [Mirliva] als Oberbefehlshaber der kaiserlichen Hilfstruppen von Batumi [Batum Umum Asâkir-i Muâvene Kumandanlığı]. Bei diesen Hilfstruppen handelte es sich um Milizen, die aus der lokalen Bevölkerung im Raum Batumi rekrutiert wurden; osmanische Archivdokumente belegen, dass sich diese Einheiten zum überwiegenden Teil aus den im Umland ansässigen muslimischen Georgiern und Lasen zusammensetzten.

  • Nach dem Krieg wurden Batumi, Kars und Ardahan durch den Berliner Vertrag an das Russische Kaiserreich abgetreten, was eine gewaltige Flüchtlings- und Migrationswelle [Muhacir Hareketleri] aus der Region Batumi-Adscharien in das verbliebene osmanische Staatsgebiet auslöste. Osman Nuri Paşa übernahm in dieser kritischen Phase eine leitende Funktion in der Logistik- und Transportabteilung der kaiserlichen Flüchtlingskommission [Muhacirin Komisyonu Sevkiyat Kısmı] und war somit direkt an der Bewältigung der postmilitärischen Migrations- und Ansiedlungskrise beteiligt.

  • Nachdem er im Jahre 1883 administrative Missionen in Dersim geleitet hatte, wurde Osman Nuri Paşa 1886 zum Generalgouverneur [Vali] der Großprovinz Mossul ernannt. Im Jahre 1893 kehrte er in die Reichshauptstadt Istanbul zurück und wurde mit dem prestigeträchtigen Ehrentitel des Generalgouverneurs von Rumelien [Rumeli Beylerbeyliği Payesi] ausgezeichnet. Im osmanischen Verwaltungssystem drückte diese spezifische Auszeichnung [Paye] weniger das tatsächliche Ausüben des Amtes vor Ort aus, sondern verlieh dem Träger den entsprechenden protokollarischen Rang, das Gehalt und die imperiale Würde dieses Amtes.

  • Osman Nuri Paşa verstarb am 23. Rebiülevvel 1312 nach der Hidschra (24. September 1894 n. Chr.) und wurde auf dem Gräberhof der Fatih-Moschee [Fatih Camii Haziresi] beigesetzt.

Inschrift

„Ah, welch Wehklagen vor dem Tode!

Eine Fatiha für die Seele des ehemaligen Generalgouverneurs der Stadt Mossul [Musul Şehri Eski Valisi] Osman Nuri Paşa – Sohn des Beys des Sandschaks Adscharien [Acara Sancağı Beyi], stammend aus der alteingesessenen Dynastie der Region Batumi [Batum Yöresi Eski Hanedanından] und Träger des hochrangigen Ranges eines Generalgouverneurs von Rumelien [Rumeli Beylerbeyliği Rütbelilerinden].

24. September 1894.“

Eine Fatiha für seine/ihre Seele