Raşid Muhammed Efendi
Profilübersicht

Hervorstechende Eigenschaften
Raşid Muhammed Efendi, dessen Geburtsdatum nicht festgestellt werden konnte, war ein Sohn von Hüseyin Rıza Efendi und gehörte damit zur Familie Uncuzâde, die im frühen 19. Jahrhundert zu den bekannten Gelehrten- und Richterfamilien Istanbuls zählte.
Auch andere Grabinschriften derselben Hazire verbinden die Familie Uncuzâde mit dem Umfeld der *kudât-ı kirâm* – der angesehenen Kadıs des Osmanischen Reiches. Daher tritt Raşid Muhammed Efendi historisch weniger durch ein eigenes Amt hervor als vielmehr als Angehöriger einer Familie, die eng mit der osmanischen Ilmiye- und Gerichtswelt verbunden war.
Der Name Uncuzâde begegnet mehrfach in den Quellen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. So erscheint ein Uncuzâde Nimetullah Efendi 1792 in Aufzeichnungen über die Aufsicht der Istanbuler Medresen als Müderris. Derselbe Name findet sich 1819 erneut bei der Ernennung eines Uncuzâde Nimetullah Efendi zum Kadı von Edirne. Solche Hinweise verdeutlichen die enge Verbindung der Familie zu den Gelehrten- und Richterkreisen des Reiches.
Besonders bemerkenswert ist, dass Raşid Muhammed Efendi bereits 1816 auf dem Friedhof (Hazire) der Fatih-Moschee bestattet wurde. Die Hazire entwickelte sich erst nach 1780 zu ihrer späteren Gestalt. In den frühen Jahrzehnten waren Bestattungen dort vor allem Angehörigen des Hofes sowie Personen vorbehalten, die aufgrund ihres gesellschaftlichen Ranges oder mit besonderer Genehmigung des Sultans beigesetzt werden konnten. Seine Bestattung an diesem Ort unterstreicht somit die Stellung der Familie Uncuzâde innerhalb der osmanischen Elite.
Raşid Muhammed Efendi verstarb 1816 in jungen Jahren und wurde auf dem Friedhof der Fatih-Moschee in Istanbul beigesetzt.

Inschrift
Er ist der Ewige. Weil er sich an seiner Jugend nicht sättigen konnte, erreichte er sein Verlangen nicht; möge Allah sich seiner erbarmen. Eine Fatiha für die Seele von Râşid Muhammed Efendi, Sohn von Râşid Muhammed Efendi, Sohn von Hüseyin Rıza Efendi, aus der Familie Uncuzade. Jahr 1816.
Eine Fatiha für seine/ihre Seele