Salih Zeki Bey

Profilübersicht

Geburt/Tod1864 / 1921
FunktionMathematiker / Wissenschaftshistoriker / Professor an der Darülfünun
Nummer des Gräberhofs191
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Hervorstechende Eigenschaften

  • Salih Zeki Bey wurde 1864 in Istanbul geboren. Bereits in jungen Jahren verlor er seine Eltern und wurde im Darüşşafaka erzogen, das er 1882 als Jahrgangsbester abschloss.

  • Seine berufliche Laufbahn begann in der wissenschaftlich-technischen Abteilung (Fen Kalemi) des Post- und Telegrafenministeriums. Durch sein Studium der Elektrotechnik in Paris erhielt seine Karriere eine neue Ausrichtung. Dort besuchte er Lehrveranstaltungen im Umfeld der École des Ponts et Chaussées sowie des Collège de France und lernte die zeitgenössischen Entwicklungen der westlichen Mathematik, Physik und Ingenieurwissenschaften aus erster Hand kennen.

  • Nach seiner Rückkehr nach Istanbul arbeitete er erneut im Post- und Telegrafenministerium und unterrichtete Physik und Chemie an der Mekteb-i Mülkiye. Im Jahr 1890 wurde er an die Rasathâne-i Âmire berufen und 1896 zu deren Direktor ernannt. Durch seine Lehrtätigkeit und seine Veröffentlichungen auf den Gebieten der Mathematik, Astronomie, Physik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Logik entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Vertreter des modernen naturwissenschaftlichen Denkens im Osmanischen Reich.

  • Besonders in Erinnerung geblieben ist Salih Zeki Bey durch seine Arbeiten zur Mathematik- und Wissenschaftsgeschichte. Sein Werk *Kâmûs-ı Riyâziyyât* gilt als die erste große türkischsprachige Enzyklopädie zur Geschichte der Mathematik und Astronomie, die Fachbegriffe, Gelehrte und wissenschaftliche Werke systematisch zusammenführte. *Âsâr-ı Bâkıye* zählt zu den wegweisenden Studien, die die Leistungen der islamischen Welt in Mathematik, Trigonometrie, Arithmetik und Algebra mit den Methoden der modernen Wissenschaftsgeschichte untersuchten.

  • Seine Tätigkeit am Darülfünun bildete das Zentrum seiner wissenschaftlichen Laufbahn. Dort lehrte er Analytische Geometrie, Mathematische Physik, Astronomie und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Im Jahr 1913 wurde er zum Generaldirektor des Darülfünun ernannt und später Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Durch seine Vortragsreihen machte er Themen wie die nichteuklidische Geometrie, imaginäre Zahlen, Wahrscheinlichkeitsrechnung und algebraische Logik im osmanischen Hochschulwesen bekannt.

  • Salih Zeki Bey war außerdem der Ehemann der bedeutenden Schriftstellerin Halide Edib Adıvar, einer der herausragenden Persönlichkeiten der türkischen Literatur der Republikzeit.

  • Er verstarb am 2. Juli 1921 und wurde auf dem Gräberhof (Hazire) der Fatih-Moschee beigesetzt. Das Chronogramm auf seinem Grabstein stammt von Abdülbâkî Mehmed Baykara Dede, dem letzten Scheich der Yenikapı-Mevlevîhâne. Die Formulierung „Gitdi Salih Zeki eyvah eyvah“ im letzten Vers gibt mittels der Ebced-Rechnung das Todesjahr an.

Inschrift

Er ist der Ewige. Salih Zeki Bey, einer der Professoren des Darülfünun und Meister der Mathematik, ist hier begraben. Samstag, 2. Juli 1921. Eine edle Person im Namen von Wissen und geistiger Einsicht verkürzte sein kostbares Leben. Möge seine Abrechnung am Tag der Versammlung leicht sein. Möge Allah ihm Seine Barmherzigkeit gewähren. Seine Weinenden sprachen das Todesdatum: „Salih Zeki ist gegangen, ach, ach!“ 1921 – Sheikh Abdülbaki.

Eine Fatiha für seine/ihre Seele