Şehbenderzade Hilmi Bey
Profilübersicht

Hervorstechende Eigenschaften
Ahmed Hilmi Bey wurde 1865 in Plowdiw (Filibe), im heutigen Bulgarien, geboren. Sein Vater war Şehbender Süleyman Bey, seine Mutter Şevkiye Hanım. Der Beiname „Şehbenderzâde“ leitet sich von der Tätigkeit seines Vaters als Şehbender, also Konsul, ab; die Bezeichnung „Filibeli“ verweist auf seine Geburtsstadt. Nach dem Osmanisch-Russischen Krieg von 1877–1878 kam er mit seiner Familie nach Istanbul und setzte dort die Ausbildung fort, die er in Filibe begonnen hatte.
Seine Beamtenlaufbahn begann Filibeli Ahmed Hilmi Bey im Postamt von Sirkeci. Während seiner Zeit in Beirut knüpfte er Kontakte zu den Jungtürken. Im Jahr 1900 ging er nach Ägypten, und nach seiner Rückkehr nach Istanbul wurde er 1901 nach Fessan (Fîzan) verbannt. Diese Jahre im Exil stellten einen wichtigen Wendepunkt in seiner geistigen Entwicklung dar. Er wandte sich dem Sufismus zu, interessierte sich für das Umfeld des Senussi-Ordens und trat dem Arûsiyye-Orden bei.
Nach der Ausrufung der Zweiten Verfassungsperiode kehrte Ahmed Hilmi Bey nach Istanbul zurück. Er wurde Dozent für Philosophie an der Darülfünun und trat bald als eine der prägenden Persönlichkeiten des lebhaften Presse- und Geisteslebens seiner Zeit hervor. Durch Publikationen wie İttihâd-ı İslâm, Coşkun Kalender und insbesondere Hikmet verbreitete er seine Ideen einem breiten Publikum.
Im kontroversen geistigen Klima der Zweiten Verfassungsperiode wurde Ahmed Hilmi Bey vor allem durch seine Kritik an der Nachahmung des Westens, an materialistischen Philosophien und an politischen Fehlentwicklungen seiner Zeit bekannt. Anfangs unterstützte er das Komitee für Einheit und Fortschritt (İttihat ve Terakkî), später übte er jedoch scharfe Kritik an dessen Politik. Aufgrund dieser Kritik wurden seine Zeitschriften und Zeitungen mehrfach verboten; 1911 wurde er zunächst nach Kastamonu und anschließend nach Bursa verbannt.
Şehbenderzâde Ahmed Hilmi verfasste Werke in den Bereichen Kalām, Philosophie, Sufismus, Geschichte, Politik und Literatur. Sein bekanntestes Werk ist „A‘mâk-ı Hayâl“ (Die Tiefen der Vorstellungskraft). Dieser philosophische Roman über die spirituelle Suche gilt als eines der bedeutendsten Werke der türkischen Sufi-Literatur.
In seinen Schriften verwendete er verschiedene Pseudonyme. So schrieb er mitunter unter dem Namen „Şeyh Mihridîn Arûsî“, in humoristischen Texten als „Coşkun Kalender“ und „Kalender Gedâ“ sowie in national geprägten Gedichten unter dem Namen „Özdemir“.
Şehbenderzâde Filibeli Ahmed Hilmi Bey verstarb im Jahr 1914 plötzlich und wurde auf dem Gräberhof (Hazire) der Fatih-Moschee beigesetzt.

Inschrift
Eine Nacht (...) / Mit einem solchen Flügel der Liebe (...) fandest du durch Ausdauer / Der Tropfen deiner Liebe ist der Lebenspunkt der Welt (...) verborgen im Wissen der Liebe / In aller Einheit fandest du Allah / Eine Fatiha für die Seele des weisen Şehbenderzade Hilmi Bey. Jahr 1913.
Eine Fatiha für seine/ihre Seele