Mahmut Esad Efendi

Profilübersicht

Geburt/Tod1856 / 1917
FunktionJurist / Hochschuldozent / Autor / Abgeordneter von Isparta
Nummer des Gräberhofs208
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Hervorstechende Eigenschaften

  • Mahmud Esad Efendi wurde 1856 im Landkreis Seydişehir in der Provinz Konya geboren. Er gehörte der Familie Çopur Kadıoğulları an, aus der zahlreiche Juristen hervorgingen. Sein Vater Güzelzâde Emin Efendi war als Naib tätig, sein Großvater als Kadi. Dieses familiäre Umfeld prägte sowohl seine Identität als Gelehrter der Ilmiye als auch seine spätere juristische Laufbahn.

  • Nach Abschluss seiner ersten Ausbildung in Seydişehir kam er 1870 nach Istanbul. An der Fatih-Medrese studierte er die religiösen Wissenschaften bei Elbasanlı Abdülkerim Efendi und erhielt 1881 die Qualifikation eines Dersiâm.

  • Seine Ausbildung beschränkte sich jedoch nicht auf die Medrese. An der Menşe-i Muallimîn-i Askerî wandte er sich den modernen Naturwissenschaften zu. Anschließend wurde ihm eine Sondergenehmigung erteilt, sodass er als einziger ziviler Student die Generalstabsklasse (Erkân-ı Harbiye) der Militärakademie besuchen konnte. Dort erwarb er ein Diplom als Lehrer für höhere Mathematik. Parallel dazu studierte er an der Rechtsschule (Mekteb-i Hukuk), die er 1886 abschloss.

  • Seine berufliche Laufbahn begann als Lehrer an der Militärischen Rüşdiye von Gülhane. Später wurde er zum Vorsitzenden des Erstinstanzgerichts von Izmir (İzmir Bidâyet Mahkemesi) ernannt und war dort etwa zehn Jahre lang tätig. Neben seiner Richtertätigkeit unterrichtete er am Gymnasium von Izmir (İzmir İdâdîsi) und wirkte gemeinsam mit Halid Ziya Uşaklıgil und Tevfik Nevzat an der Herausgabe der Zeitungen *Hizmet* und *Âhenk* mit. Nach seiner Rückkehr nach Istanbul lehrte er an der Mekteb-i Mülkiyye, der Mekteb-i Hukuk und dem Darülfünun Fächer wie Volkswirtschaft, Völkerrecht, Mecelle und islamische Geschichte.

  • 1909 wurde Mahmud Esad Efendi zum Minister des Defter-i Hâkânî ernannt. In dieser Funktion spielte er eine bedeutende Rolle bei der Modernisierung des osmanischen Grundbuch- und Katasterwesens. Aufgrund der während seiner Amtszeit verabschiedeten Reformgesetze wurde er später als einer der Wegbereiter des modernen türkischen Grundbuch- und Katastersystems angesehen. In Erinnerung an diese Leistungen nahm seine Familie in der Republikzeit den Nachnamen „Kadaster“ an.

  • 1913 wurde er zum Vorsitzenden der Tanzimat-Abteilung des Staatsrates (Şûrâ-yı Devlet) ernannt. Am 17. Oktober 1915 wurde er als Abgeordneter von Isparta ins Parlament gewählt.

  • Mahmud Esad Efendi war ein äußerst vielseitiger Autor. Er verfasste Werke in den Bereichen Recht, Islamische Rechtswissenschaft, Hadithwissenschaft, Geschichte, Volkswirtschaft, Naturwissenschaften und Religionsgeschichte. Zu seinen bekanntesten Schriften zählen *Usûl-i Hadîs*, *Usûl-i Fıkıh*, *Ferâidü'l-Ferâiz*, *Hukûk-ı Düvel*, *Târîh-i Dîn-i İslâm* und *Târîh-i İlm-i Hukûk*. Darüber hinaus interessierte er sich für westliche Sprachen und erlernte Englisch, Französisch und Deutsch, um westliche Veröffentlichungen über die islamische Welt verfolgen zu können.

  • Nach der Datierung auf seinem Grabstein verstarb Mahmud Esad Efendi am 28. März 1917 und wurde auf dem Gräberhof (Hazire) der Fatih-Moschee beigesetzt.

Inschrift

Er ist der Ewige. Eine Fatiha für die Seele des verstorbenen Mahmud Esad Efendi, früheren Abgeordneten von Isparta, eines Darülfünun-Professors und Nachkommen von Çopur Kadı. 28. März 1917.

Eine Fatiha für seine/ihre Seele