Mehmed Raif Paşa
Profilübersicht

Hervorstechende Eigenschaften
Mehmed Râif Pascha wurde 1836 auf Kreta geboren. Er war der Sohn von İbrahim Ethem Efendi, der zu den Mitgliedern des Verwaltungsrates der Provinz Kreta gehörte.
Unter dem Schutz des Gouverneurs von Kreta, Ethem Pertev Pascha, wurde er nach Istanbul geschickt, wo er die Mekteb-i İrfan besuchte. Bereits in jungen Jahren trat er in den osmanischen Staatsdienst ein. Im Jahr 1850 begann er im Alter von vierzehn Jahren seine Beamtenlaufbahn im Nizamiye-Rat des Seraskerlik-Amtes.
Das prägende Umfeld seiner Ausbildung und Laufbahn war die Kanzlei von Midhat Pascha. Er arbeitete an dessen Seite in der Provinz Tuna und gehörte später auch in Bagdad und Syrien zu demselben Verwaltungskreis. Während seiner Amtszeit als Gouverneur von Beirut wurde er von Midhat Pascha nach Istanbul entsandt. Unter Sultan Abdülhamid II. blieb er im Zentrum der Staatsverwaltung und wurde kurze Zeit später zum Minister für Handel und Landwirtschaft ernannt.
Nach seinen Tätigkeiten als Gouverneur von Rhodos, Zypern und Beirut bekleidete er hohe Ämter wie die Ministerien für Handel, öffentliche Arbeiten und Landwirtschaft, die Gouverneursposten von Adana und Aleppo, das Amt des Rüsumat-Emini sowie den Vorsitz des Staatsrates (Şûrâ-yı Devlet).
Nach der Ausrufung der Zweiten Verfassungsperiode wurde er zum Mitglied des Meclis-i Ayân gewählt. Der Meclis-i Ayân war die obere Kammer des osmanischen Parlaments, deren Mitglieder vom Sultan ernannt wurden. Auch nach der Verfassungsperiode zog sich Râif Pascha nicht vollständig aus dem Staatsdienst zurück, sondern führte für kurze Zeit weiterhin den Vorsitz des Staatsrates.
Mehmed Râif Pascha, der in der Öffentlichkeit unter dem Namen „Köse Râif Paşa“ bekannt war, hinterließ nicht nur durch seine staatlichen Ämter, sondern auch durch sein Familienleben und seinen Konak in Istanbul Spuren. Der von ihm in Nişantaşı errichtete „Taş Konak“, der heute als Gebäude des Landratsamtes (Kaymakamlık) von Şişli genutzt wird, zählt zu den bemerkenswerten Beispielen der osmanischen Konak-Kultur der Spätzeit.
Seine Tochter İhsan Râif Hanım gehörte zu den ersten Dichterinnen der Türkei. Sie wurde insbesondere durch ihre in Silbenmaß verfassten Gedichte und den Liedtext „Kimseye Etmem Şikâyet“ bekannt.
Mehmed Râif Pascha war für seine Ehrlichkeit, seine Höflichkeit und seine Meisterschaft im Verfassen amtlicher Schriftstücke bekannt. Er verstarb am 4. Juli 1911 in Istanbul. Auf Anordnung Sultan Mehmed Reşads wurde er auf dem Gräberhof (Hazire) des Fatih-Grabmalsi beigesetzt. Bei seiner Beerdigung waren hohe Staatsvertreter anwesend, und die Bestattung erfolgte mit militärischen Ehren.

Inschrift
Möge Allah euer Leben verlängern. Mehmed Raif Paşa, Mitglied der Ayan-Kammer.
Eine Fatiha für seine/ihre Seele