Yesarizade Mustafa İzzet Efendi
Profilübersicht

Hervorstechende Eigenschaften
Mustafa İzzet Efendi, der gewöhnlich unter dem Namen **Yesârîzâde Mustafa İzzet Efendi** bekannt ist, wurde wahrscheinlich Anfang der 1770er Jahre in Istanbul geboren. Er war der Sohn des berühmten Kalligraphen Mehmed Esʿad Yesârî Efendi und erhielt seine kalligraphische Ausbildung bereits in jungen Jahren von seinem Vater. Im Jahr 1787 erhielt er die Icâzet (Meisterurkunde) für die Taʿlîk-Schrift.
In seinen frühen Werken orientierte sich Yesârîzâde eng am Stil seines Vaters, insbesondere im Bereich der Celî-Taʿlîk-Kalligrafie. Mit der Zeit entwickelte er jedoch eine eigene Handschrift. Diese wurde ab etwa 1815 deutlich erkennbar und erreichte nach 1824 ihre volle Reife. Durch seine Arbeiten führte er die türkisch-osmanische Taʿlîk-Kalligrafie, insbesondere die monumentale Celî-Taʿlîk-Schrift für Bauinschriften und große Tafeln, zu einem ihrer höchsten künstlerischen Höhepunkte. Seine Werke zeichnen sich durch außergewöhnliche Proportionen, Harmonie und eine besonders gelungene Anpassung an die Architektur aus.
Während der Regierungszeiten von Selim III, Mahmud II und Abdülmecid I finden sich seine Inschriften auf zahlreichen Bauwerken Istanbuls. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die Inschriften des Alay Köşkü, des Nusretiye Sebili sowie verschiedene Inschriften im Arsenal von Tersâne-i Âmire. Darüber hinaus schuf er Beschriftungen für Brunnen, Moscheen, Sebils, Paläste und zahlreiche staatliche Gebäude. Mit weit über hundert signierten Bauinschriften gehört er zu den bedeutendsten Kalligraphen der osmanischen Architekturgeschichte.
Yesârîzâde war jedoch nicht nur ein herausragender Künstler, sondern auch eine bedeutende Persönlichkeit der osmanischen Gelehrten- und Justizhierarchie. Nach verschiedenen Stufen als Müderris und Richter wurde er 1839 faktisch zum Anadolu-Militärrichter und 1846 zum Rumeli-Militärrichter ernannt. Das Amt des Militärrichters gehörte zu den höchsten Positionen innerhalb der osmanischen Gelehrten- und Justizorganisation. Damit vereinte Yesârîzâde höchste künstlerische Meisterschaft mit einer herausragenden Stellung im Staatsdienst.
1842 wurde er zum Leiter der Takvimhâne berufen, jener Institution, in der die offizielle Staatszeitung *Takvîm-i Vekāyiʿ* gedruckt wurde. Gleichzeitig leitete er die kaiserliche Druckerei (*Matbaa-i Âmire*). Auf Grundlage seiner kalligraphischen Vorlagen wurden erstmals Drucktypen für die Taʿlîk-Schrift geschaffen. Zu den ersten Werken, die mit diesen Typen gedruckt wurden, gehörte die *Risâle-i İʿtikādiyye* von Kasabbaşızâde İbrâhim Efendi.
Sein künstlerisches Werk war außerordentlich umfangreich. Nach seinem Tod soll sein Nachlass Zehntausende Zeilen von Celî-Taʿlîk-Vorlagen umfasst haben. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Ali Haydar Bey und Abdülfettah Efendi. Sein Stil prägte die osmanische Kalligrafie des 19. Jahrhunderts nachhaltig und blieb insbesondere bei Bauinschriften und in der kalligraphischen Ausbildung maßgebend.
Yesârîzâde Mustafa İzzet Efendi verstarb am 23. Juni 1849 und wurde auf dem Friedhof der Tûtî-Abdüllatif-Efendi-Medrese hinter den Fatih-Medresen neben seinem Vater Mehmed Esʿad Yesârî Efendi beigesetzt. Als dieser kleine Friedhof zu Beginn des 20. Jahrhunderts infolge eines Großbrandes und städtebaulicher Maßnahmen verschwand, wurden die Grabsteine von Vater und Sohn auf den Friedhof der Fatih-Moschee überführt.
Die heute dort befindliche Grabstele Yesârîzâdes wurde von seinem Schüler Ali Haydar Bey in meisterhafter Celî-Taʿlîk-Schrift gestaltet und erinnert an einen der größten Kalligraphen der osmanischen Kunstgeschichte.

Inschrift
Er ist der Ewige. Um Allahs willen eine Fatiha für die Seele des geschätzten Meisters Yesârîzade Hacı Mustafa İzzet Efendi, der Allahs Barmherzigkeit und Vergebung erlangte. Juni 1849.
Eine Fatiha für seine/ihre Seele