Fatma Sultan Moschee

HÖRFASSUNG DES INHALTS:

BAUJAHR:

1727–1728

STANDORT:

Fatih, İstanbul

ERBAUER:

Fatma Sultan (Tochter von Ahmed III)

ARCHITEKT:

Unbekannt

Änderungen nach der Errichtung:
  • Die Fatma-Sultan-Moschee wurde in den Jahren 1727–1728 an der Stelle der verfallenen Terzibaşı-Pîrî-Ağa-Moschee neu errichtet.
  • Da der Hocapaşa-Brand vom 29. September 1755 Bâbıâli und seine Umgebung erfasste, wird davon ausgegangen, dass auch die Moschee von diesem Unglück betroffen gewesen sein könnte.
  • Die Moschee wurde in den Jahren 1827–1828 während der Herrschaft von Sultan Mahmud II. umfassend instand gesetzt, und es ist verzeichnet, dass diese Instandsetzung eine prägende Erneuerung des Bauwerks schuf.
  • Das Bauwerk gewann 1859 mit der Verlegung des Scheichtums von Ahmed Ziyâeddin Gümüşhanevî an diesen Ort eine Funktion als Tekke-Zentrum im Umfeld der Naqschbandi-Halidi.
  • Das architektonische Programm der Tekke-Anlage wurde 1875 durch die Hinzufügung von Harem- und Selamlık-Bereichen an der Westseite erweitert.
  • Mit der Schließung der Tekken im Jahr 1925 endete die Tekke-Tätigkeit; die Moschee- und Tekke-Teile wurden eine Zeit lang für öffentliche Zwecke genutzt, etwa als Kaserne oder Lager.
Hervorstechende Merkmale:
  • Das Bauwerk gehört zu den seltenen religiösen Bauten, die durch ihre Lage in Cağaloğlu unmittelbar gegenüber der Bâbıâli-/Vilâyet-Linie direkt mit dem administrativen Zentrum Istanbuls verbunden sind.
  • Die Moschee-Tekke-Anlage zeigte architektonisch eine Komposition mit zwei Höfen und zwei Eingängen: Die Moschee-tevhidhane war auf einen Hof ausgerichtet, während die zur Tekke gehörenden Einheiten mit einer Planung konzipiert waren, die sich zu einem gesonderten Hof öffnete.
  • Im östlichen Teil des architektonischen Programms befanden sich Moschee und tevhidhane, im westlichen Teil dagegen tekkeeigene Einheiten wie Harem, Selamlık und meşrûthane; diese Ganzheit gehört zu den starken Beispielen, in denen die Beziehung zwischen Tekke und Moschee im Raum ablesbar ist.
  • Die Überdeckung des Bauwerks wird als Holzdach mit Ziegeldeckung beschrieben; das Minarett wurde dagegen in einem Stil behandelt, der mit den Instandsetzungen des 19. Jahrhunderts in Verbindung gebracht wird.
  • Die Angabe, dass sich über dem Eingangstor ein Vers aus Nedîms Chronogrammgedicht als Inschrift befindet, ist ein charakteristisches Element, das der architektonischen Identität des Bauwerks eine literarische Schicht hinzufügt.
  • Dass das Bauwerk als Gümüşhânevî-Dergâh in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem der einflussreichsten Tariqah-Zentren Istanbuls wurde, verlieh der Moschee eine Identität, die sie nicht nur zu einem Gebetsraum, sondern zugleich zu einem Zentrum sufischer Bildung und ritueller Praxis machte.