Halil İnalcık

Profilübersicht

Geburt/Tod1916 / 2016
FunktionHistoriker / Akademiker / Schriftsteller
Nummer des GräberhofsN-05
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Hervorstechende Eigenschaften

  • Halil İnalcık wurde am 7. September 1916 in Istanbul geboren. Sein eigentlicher Name war Halil İbrahim. Sein Vater war Seyit Osman Nuri Bey, der aus der Krim nach Istanbul eingewandert war, seine Mutter war Ayşe Bahriye Hanım. Nach der Übersiedlung der Familie nach Ankara im Jahr 1925 setzte er dort seine Grundschulausbildung fort und besuchte anschließend die Lehrerschule in Balıkesir (Balıkesir Muallim Mektebi).

  • Im Jahr 1935 begann er sein Hochschulstudium an der Fakultät für Sprache, Geschichte und Geographie der Universität Ankara und schloss es 1940 ab. Danach trat er direkt in den akademischen Dienst derselben Fakultät ein. Seine Dissertation mit dem Titel „Tanzimat ve Bulgar Meselesi“ schloss er in kurzer Zeit ab. Bereits in jungen Jahren entwickelte er einen neuen historiografischen Ansatz, der die osmanische Geschichte nicht nur anhand von Chroniken und politischen Ereignissen, sondern auf Grundlage von Archivdokumenten, Tahrir-Registern, Gerichtsakten sowie wirtschaftlichen und sozialen Strukturen analysierte.

  • Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt lag besonders auf der klassischen Periode des Osmanischen Reiches. Seine Studien zur Zeit von Fatih Sultan Mehmed, zur Stadtstruktur nach der Eroberung Istanbuls, zum Timar-System sowie zu Recht, Wirtschaft und Gesellschaft machten ihn zu einem der bedeutendsten Vertreter der modernen Osmanistik. Werke wie *The Ottoman Empire: The Classical Age 1300–1600* und *Devlet-i Aliyye* gehören weltweit zu den grundlegenden Referenzwerken der Osmanischen Geschichte.

  • 1972 wurde er an die University of Chicago berufen, wo er Vorlesungen zur osmanischen Geschichte hielt. Diese Phase war entscheidend für die Etablierung der Osmanistik als internationales Forschungsfeld. 1986 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen, 1993 in die British Academy. Nach seiner Rückkehr in die Türkei gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Geschichtsfakultät der Bilkent-Universität. Das dort gegründete Halil İnalcık Zentrum für Osmanische Studien wurde zu einem wichtigen Forschungszentrum seines wissenschaftlichen Nachlasses.

  • In der akademischen Welt wurde er als „Historiker der Historiker“ und „Lehrer der Lehrer“ bezeichnet. Halil İnalcık widmete fast ein Jahrhundert seines Lebens der Etablierung einer quellenbasierten, global anschlussfähigen Osmanischen Geschichtsschreibung.

  • Halil İnalcık verstarb am 25. Juli 2016 in Ankara. Sein Leichnam wurde nach Istanbul überführt; nach dem Totengebet in der Fatih-Moschee am 28. Juli 2016 wurde er in der Hazire der Fatih-Moschee beigesetzt.