Änderungen nach dem Bau
Die historischen Wurzeln des Bauwerks reichen zunächst auf ein Kloster griechisch-orthodoxen Ursprungs zu Beginn des 13. Jahrhunderts, dann auf den 1362 von den Genuesen errichteten Glockenturm und das Kloster Pera-Zisterne (Santa Maria della Cisterna) zurück.
Die aus Glockenturm und Kirche bestehende Baugruppe, die 1450 unter die Obhut der französischen Benediktinermönche unter der Leitung von Dom Nicolas Meynet kam, wurde weiterhin als dem Heiligen Benoît gewidmetes Kloster genutzt.
Die erstmalige Nutzung der Baugruppe zu Bildungszwecken erfolgte 1583 auf Initiative der Jesuiten.
Das Bauwerk, das von den Jesuiten als Kloster, Schule und Krankenhaus genutzt wurde, wurde 1783, das als offizielles Gründungsdatum des heutigen Gymnasiums gilt, an die Lazaristen übergeben.
Die im Laufe der Zeit abgenutzten Schulgebäude wurden 1875 vollständig abgerissen und von dem Saint-Benoît-Absolventen und Architekten Alphonse Cingria in ihrer heutigen Form neu errichtet.
Das Bauwerk, das in den Jahren des Ersten Weltkriegs in ein Militärkrankenhaus mit 400 Betten umgewandelt wurde, wird seit 1919 weiterhin mit Bildungsfunktion genutzt.
In den 2000er Jahren erhielt es zusammen mit den Gebäuden der Baugruppe durch umfassende Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten seine heutige Gestalt.
Besondere Merkmale
Saint Benoît ist, abgesehen von den später verwestlichten Bildungsinstitutionen der Kaiserzeit, die älteste westliche Bildungseinrichtung in Türkiye. Zugleich ist es eine der traditionsreichsten lateinisch-katholischen Einrichtungen Istanbuls.
1686 brannte die Kirche des Gebäudes ab; auf Initiative des französischen Botschafters Pierre de Girardin wurde erlaubt, die Kirche mit einer Kuppel zu errichten und damit von einem Privileg zu profitieren, das bis dahin nur Moscheen zugestanden worden war.
Die Schule, die anfangs nur Schüler französischer Staatsangehörigkeit aufnahm, begann ab 1831 mit einem von Sultan Mahmud II. erteilten Firman auch Schüler osmanischer Staatsangehörigkeit aufzunehmen.
Auch unter dem Eindruck der durch das Istanbuler Erdbeben von 1894 ausgelösten Angst installierte der Naturwissenschaftslehrer der Schule, Pater Jean Guérovitch, in der Schule einen Seismographen.
Das Saint-Benoît-Gymnasium wurde der erste Ort in Türkiye, an dem meteorologische Messungen mit wissenschaftlichen Methoden durchgeführt wurden.
Der bis heute erhaltene Glockenturm wurde 1362 von den Genuesen errichtet.

