Person in der Türbe
Sultan Abdülmecid war der 31. Sultan des Osmanischen Reiches und der Sohn Sultan Mahmuds II. und Bezmialem Valide Sultans. Als er 1839 im Alter von 16 Jahren den Thron bestieg, leitete er mit dem Tanzimat-Erlass, dem sogenannten Gülhane Hatt-ı Hümâyunu, umfassende Reformen ein. Diese zielten darauf ab, die Zentralverwaltung zu stärken und die Rechte der nichtmuslimischen und muslimischen Untertanen anzugleichen. Der Reform-Erlass von 1856 erweiterte diese Linie.
In seiner Regierungszeit wurde der Dolmabahçe-Palast erbaut, moderne Schulen wurden eröffnet, und Post-, Telegraphen-, Eisenbahn- sowie Auslandsanleihenpraktiken begannen. Abdülmecid führte den Krimkrieg von 1853 bis 1856, in dem sich das Osmanische Reich mit Großbritannien und Frankreich gegen Russland verbündete. Nach dem Krieg wurde mit dem Pariser Frieden die rechtliche Gleichstellung des Reiches mit den europäischen Staaten anerkannt.
Aufgrund seiner schwachen Gesundheit starb er am 25. Juni 1861; ihm folgte sein Bruder Sultan Abdülaziz auf den Thron. Abdülmecid gilt mit seiner reformorientierten Vision und seinen Verwestlichungsinitiativen als symbolischer Sultan der Tanzimat-Zeit.
Über die Türbe
- Baujahr
- Auftraggeber
- Architekt
- Standort
Besondere Merkmale
Das Türbe ist ein achteckiger, kuppelgedeckter Bau aus behauenem Stein.
Die Innenwände des Türbes werden von Koranversbändern umlaufen, die der Kalligraph Şevki Efendi in Celî-Sülüs-Schrift schrieb.
Über der Eingangstür befindet sich der 50. Vers der Sure Sad, geschrieben von dem Kalligraphen Hulusi Efendi und datiert auf 1910.
An den Wandecken stehen die Esma-ül Hüsna, der İsm-i Celâl, der İsm-i Nebî, die Namen der vier rechtgeleiteten Kalifen sowie die Namen Hasan und Hüseyin.
Die wertvolle Sanduka-Decke, das silberne Gitter und der originale Kronleuchter, die sich einst im Türbe befanden, werden heute in verschiedenen Museen Istanbuls ausgestellt.
Die reichen Kalemişi-Verzierungen und Glasmalereien im Inneren der Kuppel spiegeln das elegante Dekorationsverständnis der Zeit wider.

